✦ Das Orakel spricht ✦
Zwei Philipps sagen seit 2020 die Tech-Welt voraus. Wir haben jede ihrer Prognosen von einer künstlichen Intelligenz nachrechnen lassen.
—
Jede Prophezeiung ein Punkt
Nach rechts wächst der Mut: wie stark eine Prognose dem widersprach, was damals als ausgemacht galt. Nach oben wächst die Trefferquote. Fahr über einen Punkt, dann siehst du, worum es ging.
Diese beiden Filter wirken nur auf die Grafik. Das große Archiv weiter unten filterst du getrennt.
Der Befund
Der Konsens ist langweilig und behält meistens recht. Die kühnen Prognosen gegen den Strom gingen dagegen fast alle daneben. Recht behalten und etwas Neues sagen — beides zugleich gelingt fast nie.
Kopf an Kopf
Klöckner legt sich weit häufiger fest als Glöckler und trifft dabei zuverlässiger. Glöckler prognostiziert seltener und geht dafür mehr ins Risiko.
Sechs Jahre im Verlauf
Wer trifft über die Zeit zuverlässiger? Jede Linie ist der laufende Genauigkeits-Schnitt eines Hosts — Quartal für Quartal mitgezählt, von der ersten Folge bis heute. Der Kopf am Ende jeder Linie zeigt den aktuellen Stand.
Ruhm & Reinfall
Die zehn Prognosen, die voll aufgingen. Die zehn, die am peinlichsten danebenlagen. Und die seltene Ausnahme: Prognosen, die viel riskierten und trotzdem eintrafen.
Das Orakel-Archiv
Jede Prognose der letzten sechs Jahre. Durchsuchbar, filterbar nach Person, Thema und Folge. Ein Goldrand markiert besonders mutige Prognosen (Mut ≥ 7).
Nach Thema
| Thema | Prognosen | Ø Genauigkeit | Ø Mut |
|---|
Wer kann was
Dieselben Themen, diesmal nach Person getrennt. Wer glänzt wo — und wer nicht? Grün heißt treffsicher, Rot heißt daneben. Graue Felder: zu wenige Prognosen für ein faires Urteil.
Über die Zeit
Kolophon
Wir haben nichts erfunden und nichts geschönt. Jede der über 570 Folgen lief zuerst durch ein günstiges Sprachmodell, mit einer einzigen Frage: Behauptet hier jemand etwas Überprüfbares über die Zukunft? Was übrig blieb — 4.712 Prognosen — bekam von einem zweiten, klügeren Modell zwei Noten. Eine fürs Ergebnis: Ist es eingetreten? Eine für den Mut: Wie sehr widersprach die Prognose dem, was damals alle für sicher hielten?
Den wichtigsten Schritt hat das Modell nicht geraten: Für jede Prognose hat es den tatsächlichen Ausgang nachgeschlagen, Stand Juli 2026. Eine KI kennt die Welt sonst nur bis zu ihrem Trainingsschluss. Alles, was danach kam — vom SpaceX-Börsengang bis zur jüngsten Übernahme — steht hier mit dem echten Ergebnis in der Wertung, nicht mit einer Vermutung.
Worüber sich noch nichts sagen lässt, zählen wir auch nicht. Eine Prognose, deren Ausgang offen ist, wartet unter „noch offen“ und fließt nicht in die Trefferquote ein.
Beim jüngsten Jahrgang sind wir besonders vorsichtig. Es ist erst Mitte 2026, und eine Prognose aus diesem Jahr werten wir nur, wenn ihr Ausgang feststeht — der Börsengang ist vollzogen, die Übernahme unterschrieben, die Finanzierungsrunde geschlossen. Alles, was noch kippen oder erst reifen kann, etwa Marktanteile, Bewertungen oder ein „wird sich durchsetzen“, steht als ausstehend daneben und zählt noch nicht. Lieber ehrlich unentschieden als vorschnell im Recht.
Bleiben die Vorbehalte, und die sind ernst gemeint. Der Schiedsrichter ist selbst eine Maschine. Er muss rekonstruieren, was 2021 als gesunder Menschenverstand galt, und kennt dabei längst den Ausgang — Rückschau macht klüger, als man war. Auch die Transkripte stammen von einer Maschine und haben ihre Macken. Und das hier ist Fanarbeit, kein Auftrag: Weder Pip noch Glöckler haben zugestimmt, so seziert zu werden. Die Idee stammt, zugegeben, vom Economist, der sich im Juli 2026 dieselbe Frage stellte.