Orakel

Das Orakel spricht

Gezeichneter Sticker von Philipp Klöckner (Pip) Gezeichneter Sticker von Philipp Glöckler

Das DoppelgängerOrakel

Zwei Philipps sagen seit 2020 die Tech-Welt voraus. Wir haben jede ihrer Prognosen von einer künstlichen Intelligenz nachrechnen lassen.

Eine zufällige Prognose aus sechs Jahren. Mal sehen, was kommt.

Jede Prophezeiung ein Punkt

Genauigkeit gegen Mut

Nach rechts wächst der Mut: wie stark eine Prognose dem widersprach, was damals als ausgemacht galt. Nach oben wächst die Trefferquote. Fahr über einen Punkt, dann siehst du, worum es ging.

Diese beiden Filter wirken nur auf die Grafik. Das große Archiv weiter unten filterst du getrennt.

Klöckner (Pip) Glöckler Farbe: 0 daneben510 ins Schwarze
Waagerecht der Mut (0 = Mainstream, 10 = weit aus dem Fenster), senkrecht die Genauigkeit (0–10). Die goldene Linie ist der geglättete Durchschnitt, die Ringe markieren den Median je Host.

Der Befund

Mut wird bestraft

Der Konsens ist langweilig und behält meistens recht. Die kühnen Prognosen gegen den Strom gingen dagegen fast alle daneben. Recht behalten und etwas Neues sagen — beides zugleich gelingt fast nie.

Durchschnittliche Genauigkeit nach Mut der Prophezeiung. In Klammern die Zahl der Prognosen.

Kopf an Kopf

Pip gegen Glöckler

Klöckner legt sich weit häufiger fest als Glöckler und trifft dabei zuverlässiger. Glöckler prognostiziert seltener und geht dafür mehr ins Risiko.

Sechs Jahre im Verlauf

Das Rennen

Wer trifft über die Zeit zuverlässiger? Jede Linie ist der laufende Genauigkeits-Schnitt eines Hosts — Quartal für Quartal mitgezählt, von der ersten Folge bis heute. Der Kopf am Ende jeder Linie zeigt den aktuellen Stand.

Kumulierter Durchschnitt der Genauigkeit (0–10) je Host, aufgetragen über die Quartale. Frühe Quartale schwanken stärker, weil weniger Prognosen eingerechnet sind. Nur aufgelöste Prognosen zählen.

Ruhm & Reinfall

Die Bestenliste

Die zehn Prognosen, die voll aufgingen. Die zehn, die am peinlichsten danebenlagen. Und die seltene Ausnahme: Prognosen, die viel riskierten und trotzdem eintrafen.

    Das Orakel-Archiv

    Alle Prophezeiungen

    Jede Prognose der letzten sechs Jahre. Durchsuchbar, filterbar nach Person, Thema und Folge. Ein Goldrand markiert besonders mutige Prognosen (Mut ≥ 7).

    Nach Thema

    Wovon sie etwas verstehen

    ThemaPrognosenØ GenauigkeitØ Mut
    Nur Themen mit mindestens zehn überprüfbaren Prognosen. Ein Klick öffnet das Thema im Archiv.

    Wer kann was

    Stärken im Vergleich

    Dieselben Themen, diesmal nach Person getrennt. Wer glänzt wo — und wer nicht? Grün heißt treffsicher, Rot heißt daneben. Graue Felder: zu wenige Prognosen für ein faires Urteil.

    Ø Genauigkeit (0–10) je Thema und Host, in Klammern die Zahl der aufgelösten Prognosen. Felder mit weniger als acht Prognosen bleiben ungewertet.

    Über die Zeit

    Jahr für Jahr

    Durchschnittliche Genauigkeit je Kalenderjahr. 2026 fehlt: Die meisten dieser Prognosen sind noch offen.

    Kolophon

    Wie wir gerechnet haben

    Wir haben nichts erfunden und nichts geschönt. Jede der über 570 Folgen lief zuerst durch ein günstiges Sprachmodell, mit einer einzigen Frage: Behauptet hier jemand etwas Überprüfbares über die Zukunft? Was übrig blieb — 4.712 Prognosen — bekam von einem zweiten, klügeren Modell zwei Noten. Eine fürs Ergebnis: Ist es eingetreten? Eine für den Mut: Wie sehr widersprach die Prognose dem, was damals alle für sicher hielten?

    Den wichtigsten Schritt hat das Modell nicht geraten: Für jede Prognose hat es den tatsächlichen Ausgang nachgeschlagen, Stand Juli 2026. Eine KI kennt die Welt sonst nur bis zu ihrem Trainingsschluss. Alles, was danach kam — vom SpaceX-Börsengang bis zur jüngsten Übernahme — steht hier mit dem echten Ergebnis in der Wertung, nicht mit einer Vermutung.

    Worüber sich noch nichts sagen lässt, zählen wir auch nicht. Eine Prognose, deren Ausgang offen ist, wartet unter „noch offen“ und fließt nicht in die Trefferquote ein.

    Beim jüngsten Jahrgang sind wir besonders vorsichtig. Es ist erst Mitte 2026, und eine Prognose aus diesem Jahr werten wir nur, wenn ihr Ausgang feststeht — der Börsengang ist vollzogen, die Übernahme unterschrieben, die Finanzierungsrunde geschlossen. Alles, was noch kippen oder erst reifen kann, etwa Marktanteile, Bewertungen oder ein „wird sich durchsetzen“, steht als ausstehend daneben und zählt noch nicht. Lieber ehrlich unentschieden als vorschnell im Recht.

    Bleiben die Vorbehalte, und die sind ernst gemeint. Der Schiedsrichter ist selbst eine Maschine. Er muss rekonstruieren, was 2021 als gesunder Menschenverstand galt, und kennt dabei längst den Ausgang — Rückschau macht klüger, als man war. Auch die Transkripte stammen von einer Maschine und haben ihre Macken. Und das hier ist Fanarbeit, kein Auftrag: Weder Pip noch Glöckler haben zugestimmt, so seziert zu werden. Die Idee stammt, zugegeben, vom Economist, der sich im Juli 2026 dieselbe Frage stellte.